Brandschutz: richtig vorbereitet für den Ernstfall

Jährlich sterben in Deutschland über 300 Menschen durch Rauch, Feuer und Flammen. Dabei werden zwei Drittel der Brandopfer im Schlaf überrascht. Wie Sie sich im Brandfall richtig verhalten und welche Brandschutzmaßnahmen Sie ergreifen können, lesen Sie hier.

Beugen Sie Brandgefahren vor

Täglich brennt es alle zwei bis drei Minuten in deutschen Haushalten. Die meisten Brände entstehen durch Elektrizität. Das Gefährliche ist zunächst nicht der Brand, sondern der Brandrauch. Nach der Entstehung eines Brands dauert es ca. zwei bis vier Minuten, bis sich der gefährliche Rauch, bestehend aus Kohlenmonoxid und Kohlendioxid, entwickelt. Die giftigen Stoffe sorgen für einen erschwerten Sauerstofftransport im Körper und können unter anderem zur Bewusstlosigkeit führen. Sollte es zu einem Brand kommen, ist schnelles und richtiges Handeln wichtig. Wir haben für Sie einige Verhaltensregeln zusammengestellt.

Erste Maßnahmen

Zunächst ist es wichtig, dass Sie Ruhe bewahren und nicht in Panik verfallen. Schätzen Sie den Brand richtig ein. Kleine Brände können ggf. mit einem Feuerlöscher oder Wasser gelöscht werden. Bringen Sie sich dabei auf keinen Fall selbst in Gefahr. Warnen Sie andere Personen und begeben Sie sich schnell in Sicherheit. Nutzen Sie dazu Treppen und keine Aufzüge. Halten Sie Fenster und Türen geschlossen.
Sollte sich der Brandrauch zu weit ausgebreitet haben, bewegen Sie sich in Bodennähe. Bodennah ist die Konzentration des giftigen Qualms am geringsten. Halten Sie sich, wenn möglich, ein angefeuchtetes Tuch vor Mund und Nase.

Vorsicht bei Fett- und Elektrobränden

Fettbrände und brennende Elektrogeräte dürfen niemals mit Wasser gelöscht werden. Wenn Sie versuchen die Brände mit Wasser zu löschen, bringen Sie sich selbst in große Gefahr.

Fettbrand: Wasser mischt sich nicht mit Fett, sondern es verdampft schlagartig. Dabei reißt der entstandene Wasserdampf das brennende Fett mit sich und es entsteht eine gewaltige Stichflamme. Am besten kann ein Fettbrand gelöscht werden, indem der Brennstoff vom Sauerstoff getrennt wird. Decken Sie beispielsweise den Fettbrand mit einem Deckel oder einer Löschdecke ab. Darüber hinaus kann das Feuer mit einem Fettbrandlöscher gelöscht werden.

Elektrobrand: Die Gefahr beim Löschen von Elektrobränden besteht darin, dass im betroffenen Gerät noch eine gefährliche Hochspannung herrscht. Trennen Sie zunächst das Gerät vom Stromnetz und löschen Sie dann den Elektrobrand mit einem Pulver- bzw. CO2-Löscher.

Brand Melden

Melden Sie den Brand, sobald Sie sich in Sicherheit gebracht haben. Denken Sie hierbei an diese fünf W’s:

  • Wer? Nennen Sie Ihren Namen.
  • Was? Schildern Sie kurz, was passiert ist.
  • Wo? Geben Sie den Ort des Geschehens möglichst genau an.
  • Wie viele? Geben Sie die Anzahl an Verletzten weiter.
  • Warten! Warten Sie auf Rückfragen und legen Sie nicht sofort auf!

Brandschutztechnik in Ihren eigenen vier Wänden kann im Ernstfall Menschenleben retten. Aus diesem Grund sollten Rauchmelder, Feuerlöscher und Löschdecken in keinem Haushalt fehlen. Wichtig: Achten Sie beim Kauf auf fachmännische Beratung und geprüfte Qualität.

Feuerlöscher

Feuerlöscher eignen sich für Klein- und Entstehungsbrände. Beachten Sie beim Kauf von Feuerlöschern oder Feuerlöschsprays die unterschiedlichen Brandklassen und Löschmittel. Welche Brandklasse Ihr Feuerlöscher abdecken sollte, hängt von der jeweiligen Wohnsituation und dem installierten Heizungssystem ab.
Nach dem Kauf sollten Sie sich, für Ihre eigene Sicherheit, mit dem Feuerlöscher vertraut machen und die Bedienungsanleitung sowie den Aufdruck des Feuerlöschers beachten. Eine Pflicht für Privathaushalte zur Feuerlöscher-Wartung gibt es nicht, ist jedoch für die Einsatzbereitschaft im Ernstfall ratsam.

Löschdecke

Die Löschdecke ist eine effektive Möglichkeit zur Bekämpfung von Kleinbränden und besteht aus nicht brennbarem Material. Löschdecken lassen sich problemlos aus der Verpackung entnehmen und können somit schnell über den Brandherd gestülpt werden. Dabei entzieht diese dem Feuer den Sauerstoff.

Rauchmelder können Leben retten

Zwei Drittel aller Brandopfer werden im Schlaf überrascht. Während des Schlafs werden meist die giftigen Rauchgase nicht wahrgenommen. Rauchmelder können in solchen Fällen größeren Schaden verhindern und Leben retten. Sie warnen frühzeitig durch laute und akustische Signale vor der Gefahr. Somit verschaffen sie den Betroffenen Zeit, um erste Maßnahmen zu ergreifen und sich selbst zu retten.

Vermieter und Eigentümer sind für die Installation der Rauchmelder verantwortlich. Dies ist in den Landesbauordnungen aller 16 Bundesländer verankert. Zusätzlich ist der Vermieter in der Pflicht die installierten Melder regelmäßig zu Warten und somit die Betriebsbereitschaft zu gewährleisten.

Die entstehenden Kosten für die Wartung der Melder dürfen auf den Mieter umgelegt werden, wenn die Wartung vom Vermieter selbst oder einem Dienstleistungsunternehmen vorgenommen wird. Die Wartungskosten können dem Mieter in der Nebenkosten- bzw. Betriebskostenabrechnung berechnet werden.

Achten Sie beim Kauf von Rauchmeldern auf die Prüfnorm DIN EN 14604. Gemeinsam mit der CE-Kennzeichnung muss sie auf den Rauchmeldern abgebildet sein. Die CE-Kennzeichnung trifft keine Aussage über die Qualität der Rauchmelder, sondern besagt lediglich, dass das Produkt im Europäischen Binnenmarkt legal gehandelt werden darf.

Mindestausstattung

In allen 16 Bundesländern wurde eine einheitliche Rauchmelder-Mindestausstattung in den jeweiligen Landesbauordnungen verankert. Aus diesem Grund muss mindestens in jedem Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flur, der als Rettungsweg dient, ein Rauchmelder angebracht werden.

Ausnahmen

Für die folgenden drei Bundesländer gibt es weitere Auflagen zur Anbringung: Berlin, Brandenburg und Baden-Württemberg. Beispielsweise müssen in Berlin und Brandenburg in allen Aufenthaltsräumen, außer Küche und Badezimmer, Rauchmelder angebracht werden.

Montage

Bringen Sie die Rauchmelder nach Bedienungsanleitung an den entsprechenden Zimmerdecken an. Achten Sie darauf, dass die Rauchmelder waagerecht (gilt ebenfalls für Dachschrägen unter 20 Prozent Neigungswinkel) und möglichst in der Raummitte angebracht werden. Bringen Sie die Melder mit einem Mindestabstand von ca. 50 Zentimetern zu Lüftungsanlagen, Lampen, Fenstern und Balken an.

Besonderer Schutz zum Jahresende

Zum Jahresende sollten Sie besonders achtsam sein. In der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel treten 45 Prozent mehr Brandschäden, als im Frühjahr und Herbst, auf. Die meisten Brände in dieser Jahreszeit entstehen durch Adventskränze, Weihnachtsbäume und Silvesterraketen.

Damit Sie gemütlich in Ihren vier Wänden Weihnachten feiern können und gut ins neue Jahr kommen, haben wir Ihnen ein paar Tipps zusammengestellt:

Adventskranz

  • Stellen Sie Ihren Adventskranz auf keine leicht brennbare Unterlage.
  • Positionieren Sie den Kranz mit genügend Abstand zu Vorhängen und anderen leicht brennbaren Stoffen.
  • Befestigen Sie die Kerzen auf einer stabilen Halterung.

Weihnachtsbaum

  • Gießen Sie regelmäßig Ihren Weihnachtsbaum.
  • Verwenden Sie nur geprüfte Lichterketten.
  • Stellen Sie einen Eimer Wasser oder einen Feuerlöscher in die Nähe des Weihnachtsbaums.

Silvester

  • Verwenden Sie nur Feuerwerkskörper mit der CE-Kennzeichnung und Registriernummer.
  • Lagern Sie Ihre Feuerwerkskörper an einem trockenen Ort.
  • Zünden Sie Zündversager niemals erneut an.